Ratgeber

Was kostet eine Website?
Die ehrliche Rechnung.

Zwischen 500 € und 50.000 € ist alles zu haben — was den Unterschied ausmacht, wird selten erklärt. Hier steht es.

7 Minuten Lesezeit von Werbeagentur Singen – x mind

Die realistischen Preisspannen

Fangen wir mit Zahlen an, statt um sie herumzureden. Für den deutschen Mittelstand gelten grob diese Bereiche:

  • Baukasten in Eigenarbeit — 0 bis 300 € im Jahr. Sie machen alles selbst. Kostet kein Geld, aber Zeit, und das Ergebnis sieht meist danach aus.
  • Kleine Website vom Profi — 1.500 bis 4.000 €. Fünf bis zehn Seiten, individuelles Design, technisch sauber. Für die meisten Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe der passende Bereich.
  • Mittlere Unternehmenswebsite — 4.000 bis 12.000 €. Mehr Seiten, Redaktionssystem, eigene Fotos, Karrierebereich, teils mehrsprachig.
  • Umfangreiche Projekte — ab 15.000 €. Shop, Schnittstellen zu Warenwirtschaft, Konfiguratoren, große Strukturen.

Wer Ihnen eine professionelle Unternehmenswebsite für 400 € anbietet, verkauft entweder ein Template mit ausgetauschtem Logo oder rechnet damit, dass Sie danach monatlich zahlen.

Was den Preis tatsächlich treibt

Nicht das Design. Das ist der häufigste Irrtum. Den Aufwand treiben vor allem vier Dinge:

  1. Anzahl der Seiten. Jede zusätzliche Unterseite braucht Konzept, Text, Bilder und Abstimmung. Zehn Seiten sind nicht doppelt so aufwendig wie fünf, aber deutlich aufwendiger.
  2. Wer die Texte schreibt. Das ist der am meisten unterschätzte Posten. Wenn Texte von der Agentur kommen, ist das oft der größte Einzelblock im Angebot — und wenn sie vom Kunden kommen sollen, der häufigste Grund für Verzögerung.
  3. Bildmaterial. Eigene Fotos kosten extra, wirken aber stärker als alles andere. Bilder aus der Datenbank sind billig und sehen auch so aus.
  4. Funktionen. Terminbuchung, Kundenbereich, Shop, Mehrsprachigkeit — jede Funktion ist ein eigenes kleines Projekt.

Die laufenden Kosten, die gern vergessen werden

Eine Website ist kein einmaliger Kauf. Was dauerhaft anfällt:

  • Domain — etwa 10 bis 20 € im Jahr.
  • Hosting — je nach Anspruch 5 bis 50 € monatlich.
  • Wartung bei Redaktionssystemen — Updates und Sicherheitsprüfungen. Wer WordPress ohne Pflege betreibt, hat früher oder später ein Sicherheitsproblem.
  • Inhaltliche Pflege — entweder Ihre Arbeitszeit oder ein Betreuungspaket.

Bei einer statischen Seite ohne Redaktionssystem entfällt der Wartungsblock weitgehend. Das ist ein Argument, das selten genannt wird, weil daran niemand verdient.

Woran Sie ein unseriöses Angebot erkennen

Fünf Warnzeichen, die in der Praxis zuverlässig funktionieren:

  • Der Preis steht ohne Gespräch fest. Wer Ihren Bedarf nicht kennt, kann ihn nicht kalkulieren.
  • Die Website gehört Ihnen nicht. Manche Anbieter vermieten Websites: Bei Kündigung ist alles weg. Fragen Sie ausdrücklich, wem Domain, Daten und Gestaltung gehören.
  • Rankings werden garantiert. Seriös nicht möglich.
  • Lange Mindestlaufzeiten bei reiner Erstellung. Für laufende Betreuung ist eine Bindung normal, für die einmalige Erstellung nicht.
  • Keine Quelldateien. Sie sollten Ihre Website und Ihr Logo jederzeit mitnehmen können.

Wann sich welche Investition rechnet

Die nüchterne Betrachtung: Eine Website für 3.000 € muss über ihre Lebensdauer von etwa fünf Jahren rund 600 € pro Jahr einspielen. Bei einem Handwerksbetrieb mit einem durchschnittlichen Auftragswert von 2.000 € ist das ein einziger zusätzlicher Auftrag alle drei Jahre.

So gerechnet ist die Frage selten, ob man sich eine gute Website leisten kann — sondern ob man sich eine schlechte leisten will. Umgekehrt gilt aber auch: Wenn Ihre Kunden ausschließlich über Empfehlung kommen und Sie ausgelastet sind, ist eine große Website nicht Ihre dringendste Investition. Dann reichen ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil und eine schlanke Seite.

Häufige Fragen

Realistisch zwischen 1.500 und 4.000 € für fünf bis zehn Seiten mit individuellem Design und sauberer Technik. Darunter wird es meist ein Template, darüber steckt in der Regel mehr Umfang oder Funktion drin.

Weil der Leistungsumfang selten vergleichbar ist. Achten Sie darauf, ob Texte, Bilder, Rechtstexte, Einrichtung der Search Console und Support enthalten sind — das sind die Posten, die Angebote auseinandertreibt.

Domain und Hosting ja, das sind kleine Beträge. Eine monatliche Gebühr für die Website selbst sollte Sie stutzig machen — dann mieten Sie sie meist nur.

Für den Start in Ordnung. Rechnen Sie damit, dass Sie später wechseln, und achten Sie darauf, dass die Domain auf Ihren Namen läuft — sonst wird der Umzug unnötig kompliziert.

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